Infrastruktur und Vereinsleben im eFootball

Spricht man mit Vereinsvertretern und stellt Ihnen das Konzept eFootball für ihren Verein vor, so wird dies oftmals skeptisch betrachtet, inbesondere in puncto Infrastruktur und Vereinsleben. Zwar klingt es zukunftsträchtig und kann für einen Verein ein neues Angebot und somit neue Mitglieder bedeuten, aber eine pessimistische Grundhaltung ist dennoch häufiger vernehmbar. Die Hauptargumente gegen eFootball lauten zumeist: „Uns fehlt ein passendes Vereinsheim.“, „Wir haben kein Budget für ausreichendes Equipment.“ oder „Wir können uns derzeit nicht vorstellen, wie man mit eFootball das Vereinsleben antreibt“. Zeit mit diesen Vorbehalten zu brechen.

„Uns fehlt ein passendes Vereinsheim.“

Das Vereinsheim ist oftmals das Aushängeschild eines Vereins. Hier kehren aktive und passive Mitglieder nach dem Training oder Spielen ein, konsumieren Kaltgetränke und es entsteht die soziale Interaktion. Jedoch ist es im eFootball nicht zwingend notwendig. Denn die eSportler haben zumeist ihr eigenes Equipment in Form einer Konsole, dem Videospiel FIFA von EA Sports und den Controller daheim zum privaten Gebrauch. Zur sozialen Interaktion kommt es dann zumeist über Sprachchats. Das kann über Plattformen wie Discord laufen oder aber auch über das Playstation Netzwerk selbst. Die Spieler kommunizieren also von zu Hause aus während der Spiele oder Trainingseinheiten. Ein Vereinsheim ist natürlich ideal, um auch analog zusammen zu kommen und die Stimmung im Team zu verbessern. Allerdings ist es kein Muss zum Aufbau einer eigenen eFootball Abteilung.

„Wir haben kein Budget für ausreichendes Equipment.“

Auch hier kommen wir wieder zum bereits genannten Punkt. Die meisten Spieler haben ihr eigenes Setup. Dort haben sie Feinheiten wie Bildschirmauflösung, Controllereinstellungen oder ähnliches bereits auf ihre Bedürfnisse angepasst. Für viele Spieler ist es alleine schon sehr reizvoll, dass sie ihren Verein auf das virtuelle Spielfeld führen können. Hinzu kommt das eigene Avatar, welches individuell gestaltet werden kann und den eigenen Namen auf dem Trikot trägt. Es ist also zu Beginn nicht notwendig, dass ein Verein den Spielern das Equipment stellt. Sollte es bereits einen Verein in der Umgebung geben, der nur auf eSports fokussiert ist, kann natürlich eine Kooperation vorgenommen werden und bei Erfolg ein Modell wie beim SC Paderborn geschaffen werden. In der Aufbauphase ist dies noch visionär. Zum Einstieg empfiehlt sich lediglich die Schaffung eines Angebots, welches dann sukzessiv ausgebaut werden kann.

„Wir können uns derzeit nicht vorstellen, wie man mit eFootball das Vereinsleben antreibt.“

Das Gegenargument hierbei ist denkbar simpel. Im ProClubs Modus gibt es keine Altersbeschränkung, auch Handicaps spielen eine untergeordnete Rolle. Einfachste Beispiele sind: Der 38-jährige Kapitän aus der ersten Mannschaft spielt Seite an Seite mit einem Spieler aus der A- oder B-Jugend. Die jungen Spieler lernen bereits im virtuellen Bereich, welche Umgangsformen im Seniorenfußball von Bedeutung sind. Außerdem kann diese Querverbindung zwischen den verschiedenen Mannschaften dazu führen, dass den Jugendspielern der Einstieg in den analogen Herrenfußball vereinfacht wird, da bereits Kontaktpunkte geknüpft sind, die auf anderem Wege vielleicht nicht entstanden wären. Ebenso kann neben den aktiven Spielern auch die Möglichkeit für Menschen geschaffen werden den Verein aktiv zu vertreten, die unter körperlichen Einschränkungen leiden. All dies spielt im virtuellen Fußball keine Rolle.

Keine Konkurrenz oder sondern Erweiterung

An dieser Stelle ist es noch einmal wichtig zu betonen, dass der virtuelle eFootball kein Konkurrenzangebot zum analogen Fußball darstellen soll. Der analoge Fußball ist über mehr als 100 Jahre gewachsen und nicht umsonst zur Volkssportart Nummer eins geworden. Doch insbesondere in der Corona-Krise gab es für die Digitalisierung einen Schub in Deutschland. Endlich – möchte man fast meinen. Profitieren können davon auch nun die Vereine. Wenn sie sich den – unbestritten existierenden – Herausforderungen stellen. Der Weg dahin ist jedoch einfacher, als es zunächst aussehen mag.

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