Der Pro Clubs kommt auf die Bühne der größten Sportmesse der Welt! Doch was kann noch gemacht werden, um den Pro Clubs Modus weiter bekannt zu machen. Wer könnte das besser wissen als Bernd Unger und Marcel Fitzek? Bernd Unger ist CEO des Solinger Gaming Unternehmen Stage 5. Unter anderem betreut er das Pro Clubs Team S5 Elite Bomber. Marcel Fitzek ist der Organisator einer der größten Pro Clubs Ligen. Der Pro League! Im Talk mit Patrick sprechen die beiden darüber, wie der Pro Clubs Modus in Zukunft weiter entwickelt werden kann.

Patrick: Im Pro Clubs können 90 Minuten Spielzeit aus dem echten Fußball auf 12 Minuten Spielzeit auf der Konsole reduziert werden. So zusagen ist der Pro Clubs Modus die digitale Transformation des echten Fußballs. Was haltet ihr vom Pro Clubs Modus?

Marcel: Ich bin schon seit einigen Jahren im Pro Clubs Modus aktiv. Immer näher an den echten Fußball ran zu rücken ist tatsächlich unser Ziel. Das ist eigentlich genau das vorauf wir hinauswollen.

Patrick: Bernd, du bist mit vielen eSport Vereinen im Kontakt. Ist das ein Diskussionspunkt, den du bei Gesprächen mit Vereinen aus der Bundesliga siehst?

Bernd: In der Intensität erlebe ich sie aktuell nicht. Das muss man ganz klar so sagen. Es gibt positive Ausreiser nach oben wie etwa den VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen oder RB Leipzig. Wenn man die Szene aber etwas genauer betrachtet, tun sich gerade die Traditionsvereine extrem schwer mit der Thematik eSport.

Im Breitensport ist die Situation etwas anders, dort ist die Akzeptanz etwas größer. Bei Vereinen, welche keine reinen Fußballvereine sind, ist die Bereitschaft für den eSport deutlich höher.

Patrick: Marcel, im Pro Clubs gibt es anders als im realen Fußball nicht DIE EINE Liga, sondern viele verschiedene Ligen wie etwa eure Pro League. Ist das Teil des Problems in der Pro Clubs Szene?

Marcel: Das wird öfters mal so beschrieben, dass durch die verschiedenen Ligen die Bahnen nicht so gelenkt werden, wie sie könnten. Zudem kommt noch das Problem auf, das auf unterschiedlichen Konsolen gespielt wird. Ich denke, das ist eine Frage des Prozesses, dass die Liegen sich vereinen und gemeinsame Wege gehen. So können wir hoffentlich einen deutlichen Schritt Richtung Professionalisierung machen und den ein oder anderen Bundesliga Verein mit ins Boot holen.

Dies funktioniert aber nur, wenn wir als Einheit auftreten und die Größe der Community bündeln.

Patrick: Marcel, da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Wenn die Community nicht geschlossen auftritt, fällt es schwer, die Kräfte zu bündeln. Wie sieht eure Beziehung zu anderen Ligen aus? Ist es euer Ziel, mit anderen Ligen zusammen zu wachsen?

Marcel: Wir sind dafür offen und haben dies auch schon in der Vergangenheit gemacht. Ich selbst komme aus dem PC-Bereich. Dort haben wir vor einiger Zeit festgestellt, das wir die Liga bündeln müssen. Dementsprechend sind wir auf die PlayStation Liga zugegangen und haben es mit unseren Partner geschafft, eine Einheit zu werden. Wir haben alle ein Ziel. Wir wollen den Pro Clubs Modus voranbringen. Wir wollen den Pro Clubs mehr Aufmerksamkeit verschaffen und ihm bei der Professionalisierung helfen. Dies funktioniert nicht, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Da muss jeder über seinen eigenen Schatten springen und überlegen, was das beste für den Pro Clubs Modus ist.

Patrick: Was braucht es im nächsten Schritt, um den Pro Clubs Modus nach oben zu bringen?

Marcel: Gute Frage. Wenn ich das wüsste… Im Endeffekt geht es um Aufmerksamkeit. Das ist der größte Punkt. Wie man das schafft? Da gibt es unterschiedliche Wege. Ein Weg wäre, viele Bundesliga Vereine ins Boot zu holen, welche realisiert haben, das der Pro Clubs Modus viel näher an ihrem Kernpunkt ist als der Einzelmodus.

Natürlich spielt auch Geld eine Rolle. Dadurch lässt sich natürlich wieder mehr Aufmerksamkeit generieren, weil ein großes Turnier mit viel Geld auch prominente Streamer anlockt.

Gleichzeitig kommt aber auch das Thema der Aufklärung hinzu. Den, wenn ich mit Leuten außerhalb der Szene spreche, kennt kaum einer den Pro Clubs Modus. Ich denke, das ist ein Riesen Thema, wo man dran Arbeiten muss.

Patrick: Wir stellen das Thema jetzt auf der ISPO Munich vor. Wie wichtig ist das aus deiner Sicht?

Marcel: Ich bin seit mehreren Jahren in diesem Modus aktiv und weiß, dass das Thema riesig ist. Jeder, der sich den europäischen Fußballmarkt anschaut, weiß dass Fußball in Europa ein riesiges Thema ist. Das ist ein Milliardengeschäft! Auch eSport boomt immer mehr. Also kommen wir wieder auf das Thema 11 vs. 11 im eSport zurück! Wer da nicht die Verknüpfung sieht, dann weiß ich auch nicht. Es gibt sich eigentlich von selbst.