eFootball – woran denkst du, wenn du diesen Begriff hörst? Wahrscheinlich an FIFA21 von EA Sports oder an Pro Evolution Soccer von Konami, richtig? Denkst du dann an Mannschaftssport? Oder hast du das typische Bild im Kopf – da sitzt einer an der Konsole. Der sucht sich sein Team aus – sagen wir mal, er wählt den FC Schalke 04 – und dann steuert er die Uths, Harits, Hoppes und oder Huntelaars dieser Welt. Also die digitalen Avatare von bekannten Stars.

Beim eFootball als eMannschaftssport kannst du zum Helden werden

Wie wäre es aber, wenn du selbst der Star bist? Wenn es nicht um Mark Uth geht, sondern um dich? Wenn du der Top-Stürmer bist, der das entscheidende Tor schießt. Oder du der Keeper bist, der in der Verlängerung die Großchance des Gegners vereitelst. Dann wirst du zum Helden in deinem Team. Geht nicht? Geht doch!

FIFA21 und auch PES2021 bieten dafür einen Multiplayer-Modus, wo du in die Rolle deines digitalen Avatars schlüpfen kannst. In einem Team mit deinen Kumpels, Vereinskameraden oder auch einfach nur mit anderen Enthusiasten. Pro Clubs nennt sich dieser Modus, wo Elf gegen Elf auf dem digitalen Rasen gespielt wird. Dabei kannst du entweder dein eigenes Team anlegen und aufbauen – so wie es beispielsweise equality05 oder die S5 Elite Bomber gemacht haben. Diese Teams – unabhängig von den rechtlichen Strukturen – haben sich aufgemacht und einen Kader von zwanzig, fünfundzwanzig Spielern zusammengestellt und spielen nun regelmäßig im Ligabetrieb gegenandere Pro Clubs.

Jeder hat seine Position und nur als Team kannst du gewinnen

„Pro Clubs ist kein Spiel für Egoisten“ titelten wir neulich auf esport-manager.com, weil es bei diesem Modus eben genau darum geht, dass sich jeder in den Dienst der Mannschaft stellt. In einem Team von elf digitalen Fußballern kennt jeder seiner Rolle. Der Linksverteidiger verteidigt hinten links. Der zentrale Mittelfeldspieler beackert das zentrale Mittelfeld und der Mittelstürmer sollte tendenziell eher am gegnerischen als am eigenen Elfmeterpunkt zu finden sein. So wie im echten Fußball. So wie in der Kreisliga, Landesliga, Oberliga oder eben auch in der Bundesliga. eFootball als Mannschaftssport ist im Grunde so wie Fußball auf dem grünen Rasen. Das ist Fußball. Echt. Digital.

Die vielen Ligen und Wettbewerbe lassen den Stellenwert schwinden

Heute organisieren Plattformen wie die ProLeague.de, die VPG Germany oder auch die NGL regelmäßige Spiele und Wettbewerbe rund um diesen eMannschaftssport. Häufig spielen Teams nicht nur in einer Liga, sondern gleich in mehreren. Warum? Weil es heute in aller Regel darum geht, eine gute Zeit mit seinen Kumpels zu haben – und möglichst viel Spielzeit zu bekommen. Das macht die Beobachtung des Pro Clubs-Modus von außen jedoch schwer einschätzbar. Welche Liga ist jetzt sportlich die relevante Liga? Welche Nationalmannschaft – ja, auch hiervon gibt es immer unterschiedliche – ist jetzt die, mit der du dich ernsthaft identifizieren kannst und wo du stolz darauf sein kannst, dass du es in die Auswahl geschafft hast? Hier ist der klassische Fußball dem digitalen Fußball (noch) weit voraus. Durch die Rahmenbedingungen, die der Deutsche Fußball-Bund als Dachverband vorgibt, ist für jeden Fußballer in Deutschland klar, welche Liga maßgeblich ist. Es ist klar, dass es nur eine Bundesliga gibt, wo du zum deutschen Meister werden kannst. Es gibt nur eine Champions-League, eine Nationalmannschaft und nur einen Torschützen des Monats. Der digitale Fußball hat bisher diese Einheitlichkeit nicht. Und das ist einer der Gründe, warum der digitale Fußball heute noch nicht sein volles Potenzial ausschöpft. Weil weder Fans noch Sponsoren oder die Presse einschätzen können, wo es sich lohnt, hinzuschauen.

eFootball als eMannschaftssport hat noch Entwicklungspotenzial

In Deutschland spielen heute rund 5,4 Millionen eFootball bei den beiden Publishern. Der organisierte Pro Clubs-Bereich zählt heute rund 50.000 eMannschaftssportler, die sich in Teams beziehungsweise Vereinen, zusammenfinden. Wenn man gleichzeitig bedenkt, dass Deutschland rund 25.000 Fußball-Vereine zählt und fast 90.000 Sportvereine, gibt es da sicherlich noch Entwicklungspotenzial für den digitalen Mannschaftssport. Denn in einem sind wir uns alle sicher einig, wenn wir an eFootball denken: Der eFootball und der klassische Fußball werden auf Dauer nebeneinander existieren und der eFootball hat dabei sein Potenzial als Mannschaftssport noch nicht erschöpft.