Ich wollte einmal erleben, wie es ist, seinen eigenen digitalen Pro bei FIFA 21 zu steuern. Und ich muss sagen: Es ist ein echtes Erlebnis für die ganze Familie.

„Papa, Papa, hast du gesehen, wie dich das ganze Stadion feiert?“ Mein Sohn Felix Ted ist acht Jahre alt. Fast neun. Er versteht schon eine ganze Menge von der Welt, weil er sehr aufmerksam seinen Eltern, den Großeltern und allen Menschen, denen er begegnet zuhört. Vor einigen Wochen haben wir gemeinsam angefangen auf der Konsole Fußball gegeneinander zu spielen. Seither kochen die Emotionen immer wieder hoch. Voller Euphorie feiert er seine eigenen Tore. Gleichzeitig kullern auch schon mal die Tränen bei Gegentoren – bis hin zu Wutausbrüchen, wenn er das Gefühl hat, dass ich unverdient zum Torerfolg kam. Emotion pur. Dass er ein ganzes Team steuern kann und dabei fast jeden Verein auf der Welt zum Sieg führen kann, hat er verstanden. Neulich aber habe ich ihn überrascht. Neulich habe ich mir einen eigenen Avatar gebaut auf der Konsole. Gut, ganz so wie ich sieht er nicht aus. Aber wir nähern uns an. 

Pro Clubs ist digitale Transformation des Fußballs. Näher dran geht es nicht

Ich hatte so viel über den Pro Clubs-Modus von FIFA zu Hause erzählt, dass ich ihn einmal selbst ausprobieren wollte. Bisher hatte ich nur Spiele anderer Teams gesehen, kommentiert und war fasziniert. Pro Clubs ist für mich persönlich die digitale Transformation des Fußballs. Ich kann in die Rolle meiner digitalen Version schlüpfen. Unabhängig von Gewicht, anderen körperlichen Handicaps oder auch geschlechter- unabhängig kann ich auf dem virtuellen Rasen im Team antreten und mich mit anderen messen. Nun hatte ich jedoch ein Problem. Ein Team habe ich nicht. Wenn man sich ein bisschen mit FIFA auf der Konsole beschäftigt, lernt man den „Karriere-Modus“ kennen. Und eben dort kommt man erstmalig mit seinem eigenen digitalen Ich in Berührung. Gesagt, getan. Ich erstellte mir meinen digitalen Patrick. Kräftig, aber natürlich ein bisschen schlanker als in der Realität. Und eine Brille trägt er auch nicht. Dafür aber das Trikot mit der Nummer 13. Damals, bevor ich auf die Position des Torhüters wechselte, war die 13 meine Lieblingstrikotnummer. Lange ist es her, dass ich für den Hastener Turnverein in der Jugend auf Torejagd ging. Es muss das erste Jahr in der B-Jugend gewesen sein, als ich ins Tor wechselte. Zuvor habe ich – mal mehr und mal weniger gut – den Stürmer gespielt. Und auch einmal sogar sechs Tore in einem Spiel gemacht. Gegen den TS Struck. Aber darum soll es jetzt hier nicht gehen. 

 

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Der Test im Karriere-Modus – beim Lieblingsclub aus der analogen Welt

Ich hatte nun also einen Avatar und die Trikotnummer 13. Position Sturm versteht sich in dem Zusammenhang dann natürlich von selbst. Nun musste ich mich noch zu einem Team hinzufügen. Und naja, was soll ich sagen, da ich kein eigenes Pro Clubs-Team habe und auch noch nicht bereit war die dafür notwendige Lizenzerweiterung auf meiner Xbox zu buchen, um im Online-Modus mich einem bestehenden Pro Clubs-Team anzuschließen, habe ich zu Testzwecken einfach im Karriere-Modus meinen Lieblings-Fußball-Club aus der analogen Welt gewählt – den 1. FC Köln. Ja, tut mir leid das sagen zu müssen. Einmal Effzeh, immer Effzeh. Trotz aller Widrigkeiten, Aufs und Abs, Skandälchen und Kuriositäten. Fan ist man – oder man ist es nicht. „Durch et füer“, lautete vor einigen Jahren eine Marketing-Kampagne, die es eigentlich ganz gut beschreibt und dafürsteht, dass man gemeinsam durchs Feuer geht. Aber ich schweife schon wieder ab. Gut, zurück zur eigentlichen Geschichte, die ich mit euch teilen möchte. Ich war nun Patrick Baur, Nickname „powerbaur84“, Rückennummer 13, Stürmer des 1. FC Köln. So weit, so gut. Nun wollte ich erleben, wie es ist, nicht ein ganzes Team zu steuern, sondern nur meinen ganz eigenen Avatar, während die zehn anderen Spieler meines Teams von anderen – hier in dem Modus vom Computer gesteuert werden. 

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Das Spiel ohne Ball ist wichtig und ein gutes Spielverständnis notwendig

Und ich kann euch sagen: Es lässt mich nicht mehr los. Ich spielte also die ersten Testspiele in der Rolle. Bewegte mich vorne im Sturmzentrum dann hin und her. Gar nicht so einfach, muss man sagen. Denn man weiß ja nicht, was der andere für einen Spielzug plant. Wann muss ich losrennen, um nicht im Abseits zu stehen? Welche Laufwege wären klug, um sich nicht im Weg zu stehen? Wann den richtigen Pass spielen? Wann lieber den Ball halten? Viele Fragen, die ich mir auf einmal stellte. Aber es war schon faszinierend bei meinem ersten harten Foul die Spielwiederholung zu sehen. Auf einmal gab es eine Nahaufnahme, mein Trikot wurde von hinten gezeigt. Da stand ich. Neben der virtuellen Version von Jonas Hector und Ondrej Duda. Mein Name auf dem Effzeh-Trikot. Als Teil der digitalen Fußballmannschaft des 1. FC Köln. Ich musste sofort meinen ersten Screenshot machen. Na klar – rauf damit auf Social Media. „Guckt euch an, wie cool das ist.“ Ein gutes Erlebnis, dass in den folgenden Tagen weitere Höhepunkte bekam. Nämlich, als ich mein erstes Tor schoss im Testspiel – auf fremden Platz. Und dann, als ich zum ersten Mal im Rhein-Energie-Stadion mein erstes Bundesliga-Spiel für den 1. FC Köln machte. Gut, noch mal zur Klarstellung: für die virtuelle Variante auf der Xbox – in meinem Wohnzimmer. Ohne, dass die Außenwelt davon Notiz nahm. Einer aber, der saß neben mir. Mein Sohn. Und der bekam sich nicht mehr ein – und bekommt sich seither nicht mehr ein. In den ersten Spielen hatte mich der virtuelle Coach noch draußen gelassen, sodass die Spiele auch „nur“ simuliert wurden. Gegen Aufsteiger Bielefeld durfte ich dann aber ran. Und wie ein guter Stürmer das so macht – traf ich. Zweimal und legte zudem noch ein weiteres Tor auf. Felix flippte förmlich aus. Ging bei jeder gelungenen Aktion mit. Fieberte mit. Feierte. Fast so wie damals als er das erste Mal im echten Rhein-Energie-Stadion war und den Effzeh gegen Paderborn gesehen hatte. Ich selbst war gepuscht. Bot mich wieder an, grätschte. Brachte mich in Position und freute mich riesig. Nach gut zwölf Minuten waren das erste virtuelle Bundesliga-Spiel meiner Karriere vorbei und es stand ein Pokalspiel gegen Mainz 05 an. Ich durfte wieder spielen und wieder steuerte ich nur meinen Pro und nicht ganze Spiel. Und wie. 7:0 lautete das Endergebnis. Drei Tore selbst gemacht, drei Tore vorbereitet. Wie im Rausch. Ich machte Screenshots, speicherte Spielclips. Und mein Sohn war begeistert. Am selben Tag waren wir mit meinen Schwiegereltern verabredet. Wir waren noch nicht ganz bei ihnen eingekehrt als Felix erzählte: „Oma und Opa, der Papa hat heute für den 1. FC Köln gespielt und sogar Tore geschossen.“ 

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Fußball. Echt. Digital – ein reales Fan-Erlebnis in der virtuellen Welt

Für meinen Sohn war es mehr als nur ein Spiel. Für ihn ist es mehr als nur ein virtuelles Erlebnis. Für ihn ist es Fußball. Wie echt. Nur digital. Und sein Papa mittendrin. Und mir hat es gezeigt, wie viel Energie, Emotion und Kraft darin stecken kann, wenn man seinen eigenen Namen mit dem Lieblingstrikot verbunden, auf dem Fernseher sehen und gemeinsam Spiele erleben kann. Es ist Faszination und Begeisterung pur. Und der Modus, bei dem ich nur mich persönlich steuere und bei dem ich das Spiel lesen, Spielzüge antizipieren, bei dem ich Mitspielern vertrauen muss, um gemeinsam erfolgreich zu sein, hat für mich ein unfassbares Potenzial. Stellt euch einmal vor, wenn Fans ganz offiziell Teil der digitalen Fußballmannschaft ihres Lieblingsclubs sein könnten? Ein Spieler meines Lieblingsclubs? Vielleicht sogar ein entscheidender Teil der Mannschaft, wenn ich im Modell esport-manager.com dann zusätzlich Teammanager werde? Kann es bei einem echten Fußball-Club ein intensiveres, ein emotionaleres, ein echteres Fan-Erlebnis geben? 

Ach ja, ganz nebenbei: Mit mir auf dem Feld hat der virtuelle 1. FC Köln noch kein Spiel verloren… Vielleicht fehlt dem Modus dann doch ein kleines bisschen der Realitätsbezug. Wer weiß das schon…

Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen. Lasst uns diskutieren und schreibt uns an team@esport-manager.com.

 

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