E-Sport-Profi Dani Hagebeuk von Ajax eSports beschwert sich in einem Tweet über die neue Spielphysik von FIFA 22. Dabei stellt sich die Frage, ob ein möglichst realitätsnahes Spiel nicht das Ziel im Bereich des professionellen E-Sports ist?

Hagebeuk mit Kritik an FIFA 22 Spielphysik

Dani Hagebeuk von Ajax eSports kritisierte am 22.September in einem Tweet die Spielphysik von FIFA 22 und bezeichnete diese als „too realistic“ (zu realistisch) und „as slow as a real football match“ (so langsam wie ein echtes Fußball-Spiel). Hagebeuk ist der Meinung, dass die „Skill-Gap“, also dem Gegner durch schnellere Reaktionen/Aktionen überlegen zu sein, in einem Spiel entscheidend sein sollte. FIFA 22 ist laut Hagebeuks Meinung zu langsam, sodass die Skill-Fähigkeiten eines Spielers nicht mehr der primäre Leistungsparameter sind.

Brisant: Zwei Tage nach dem Tweet äußerte sich Hagebeuk erneut zu FIFA 22. Mit einem Video und einem offensichtlich nicht ganz ernst gemeinter Kommentar „Well, I start to like FIFA 22 I think“ übte er weitere Kritik.

E-Sport: Realität vs. virtuelle Sportwelt

Der Tweet von Hagebeuk zeigt, dass nicht alle Gamer ein möglichst realitätsnahes Spiel haben möchten. Dabei stellt sich dabei die entscheidende Frage, wohin möchte der E-Sport? Dabei ist vor allem bei Sportsimulationen wie FIFA 22, Formel 1, NBA 2K und Madden NFL die Frage zu stellen, ob eine möglichst realitätsnahe Spielsimulation nicht das Ziel ist?

Auf Twitter und Reddit kritisierten viele Gamer Hagebeuks-Tweet und lobten EA für die realitätsnähere Spielphysik von FIFA 22. Während bei FIFA diese Diskussion in der Vergangenheit eher untergangen ist, wird bei Sim-Racing-Spielen gerade genau darüber viel diskutiert. Im Bereich des Sim-Racings möchten die Gamer möglichst nahe an der Realität sein, um das bestmögliche Simulations-Erlebnis zu haben. Somit stellt sich die Frage, warum gerade bezüglich FIFA 22 ein E-Sport-Profi die zu realitätsnahe Spielphysik kritisiert?

Das Argument von Hagebeuk, dass ein Spiel bei FIFA im Vergleich zu einem realen Fußballspiel rund 75 Minuten kürzer dauert und eine schnellere Spielphysik somit dem Spiel zugute kommt, ist plausibel. Allerdings führte die deutlich schnellere Spielschnelligkeit der vergangenen FIFA-Teile dazu, dass die Ergebnisse oftmals eher einer Bolzplatz-Simulation als einer Fußball-Simulation glichen.

Es stellt sich die Frage, was die E-Sport-Profis möchten? Und was möchten die Hobby-Gamer? Möchte man ein möglichst realitätsnahes Spiel, was der Grundgedanke hinter E-Sports ist, oder lieber ein möglichst schnelles und Skill-betontes Spiel?

Dabei gibt es sicherlich Unterschiede zwischen Hobby-Gamern und E-Sport-Profis. Für zukünftige Spiel-Updates ist dabei der Einfluss von E-Sport-Profis auf die Industrie nicht zu vernachlässigen. Außerdem bleibt es spannend, wie andere Profis sich zu der Spielphysik von FIFA 22 äußern.

Wie steht ihr zu dem Thema Spielphysik? Lasst uns gerne einen Kommentar unter diesem Artikel da.

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