Teil zwei unseres Blick hinter die Kulissen des Pro Club Teams von Bayer 04 Leverkusen. Heute haben wir mit dem erfahrenden Pro Club Gamer Dennis, besser bekannt als Gotugai gesprochen. Er geht für B04 eSport, gleichzeitig sein Lieblingsverein, beim Penguin Tournament an den Start. Wie er es erlebt hat für seinen Herzensverein am Controller aktiv zu sein erfahrt ihr bei uns.

Hallo,
kannst du dich und deine Pro Clubs-Karriere zu Beginn kurz vorstellen?

Natürlich! Ich bin Dennis, vor 25 Jahren in Leverkusen geboren und seitdem ist mich die Stadt auch nicht losgeworden.

Meine ProClubs-Karriere begann 2016. Auf dem Internetsender Rocket Beans TV wurde zum Launch von FIFA 17 mit 5 Leuten Pro Clubs gespielt, alle 5 vorne, hinten mit Bots. Ich dachte mir: „Das geht doch so nicht! Wenn schon müssen es 11 sein!“ und ich gründete ein Team innerhalb der Community des Senders. Bis Ende 2018 hielt das Team, bis wir dann plötzlich nur noch 12 Leute waren, aus der Zuschauerschaft des Senders kein Zuwachs mehr nachkam und wir uns zurückziehen mussten. Einen neuen Club zu finden, nachdem einem „die erste große Liebe“ weg ist, ist natürlich schwierig.

Bei Hornets CF, Teamgeist CF und Breaking Pad stellte sich das Gefühl, das ich bei JB hatte leider nicht mehr ganz so ein. Ende 2019 hatten wir bei Joga Bohnito dann plötzlich die Chance, vor insgesamt bis zu 4000 Zuschauern pro Abend auf Twitch und Youtube die Jungs vor der Kamera zu unterstützen und die Defensive zu stellen. Insgesamt über 20 super unterhaltsame Abende kamen dabei rum und auch JB konnte unter neuem Namen wieder aufgelebt werden. So ganz das Alte war es dann aus meiner Sicht dann aber leider doch nicht.



Was begeistert dich so an dem Modus?

Eigentlich ist es ja nicht der Modus. Es ist der Fußballsport. Fußball wird zu elft gespielt und so soll es auch in einer Fußballsimulation sein.
Wenn man die Möglichkeit hat, mit zehn Freund*innen zu spielen, warum soll ich stattdessen mit zehn KI-Figuren spielen, die unnatürliche Entscheidungen treffen. Mir persönlich erschließt sich das nicht.



Seit gut zwei Wochen bist du Teil des Pro Club Teams von B04 eSport. Wie fällt dein erstes Fazit auf und neben dem digitalen Rasen aus?

Wir waren einige Male dicht dran mehr Punkte aus unseren bisherigen Spielen gegen etablierte Teams mitzunehmen. In Anbetracht dessen, dass wir erst seit letzter Woche trainieren ist das eine ganz respektable Leistung.

Drei gegnerischen Teams warten noch und da wollen wir weitere Punkte sammeln.

Den Start gab es bei der Auslosung des Penguin Tournaments im XPERION in Köln. Dort durftet ihr auch schon live vor Zuschauern spielen. Wie hast du das Showmatch gegen Victoria Berlin wahr genommen?

Wir drei aus der „Fanauswahl“ reisten gemeinsam an und es erinnerte sofort an Auswärtsfahrt damals als ich noch aktiv gekickt hatte. Vor Ort war es dann natürlich unvergleichlich. Vor vielen Livestream-Zuschauerinnen hatte ich ja bereits gespielt. Aber für Bayer 04 in Köln zu spielen, mit den vielen lauten Hajdukerinnen im Publikum von denen auch viele aus Umgebung anreisten, war das natürlich ein waschechtes Auswärtsspiel. Man bekam während des Spiels sofort Feedback und hämischen Applaus von der Tribüne, was natürlich auch komplett ungewohnt war… und auch ziemlich geil!



Jetzt geht es mit dem Team von B04 eSport beim Penguin Tournament an den Start. Warum wolltest du Teil des Teams von B04eSport werden, welches die Werkself beim Penguin Tournament vertritt?

Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Stadionbesuche mit meinen Eltern und Großeltern zählen zu meinen frühesten Erinnerungen. Dabei sein zu wollen, wenn der Verein Interesse an deinem Lieblingshobby zeigt und ein Team für das renommierteste Turnier hierzulande stellt, ist doch selbstverständlich, Teil davon zu sein.


Zudem haben sich im letzten Jahrzehnt Freundeskreise und Hobbies bei vielen immer weiter in den Onlinebereich verschoben. Zu Beginn meiner Pro Clubs-Karriere war es einfach normal, dass die Mitspielerinnen von überall kommen. Teils aus den USA oder aus Bosnien.


Während der Pandemie hat sich das durch die Kontaktbeschränkungen nochmal verstärkt.
Mit einem lokalen Verein hat man die Möglichkeit, sich auch einfacher außerhalb des virtuellen Platzes zu treffen und sich zu sehen, was noch ein ganz anderes Level von Miteinander und Zusammenhalt darstellt.


Am Sonntag haben sich beispielsweise ein paar von uns relativ spontan vor dem Stadion getroffen. Das Spiel anschließend war daher nicht ganz so schlimm…



Es muss etwas ganz Besonderes sein, für den Lieblingsverein in deinem Fall B04 Leverkusen auf dem digitalen Rasen zu stehen. Wie fühlt es sich bisher an, deinen Club auf dem virtuellen Rasen im 11 vs. 11 zu vertreten?

Es ist definitiv etwas Besonderes. Als ich im Xperion im B04 eSports-Trikot vor den Kameras und vor den Zuschauerinnen saß, dachte ich mir nur: „Wow. Jetzt hast du’s geschafft.“ Also zumindest was Pro Clubs betrifft. Du spielst gerade für die eSport-Abteilung von einem der größten deutschen Fußballvereine, aus der Stadt, in der du groß geworden bist, die du liebst. Da drüber kommt nichts mehr.



Kannst du abschließend unseren Lesern noch einen Tipp geben, um besser im Pro Clubs zu werden?

Ich denke pauschal lässt sich das nicht beantworten. Jede*r hat andere Defizite und für verschiedene Position benötigt man verschiedene Skills. Verschiedene Skills lassen sich über verschiedene Wege verbessern.
Was man aber auf jeder Position braucht ist Erfahrung im 11vs11 (!) und je höher das Niveau desto besser.