Wenn man von einem Fußballverein spricht, der auf mehreren Hochzeiten tanzt, ist normalerweise gemeint, dass er in verschiedenen Wettbewerben aktiv ist. Das trifft bei den IbD Bördekickern hinsichtlich der Wettbewerbe nur bedingt zu, aber trifft den Nagel in anderer Hinsicht auf den Kopf.

Denn IbD steht für Inspired by Dance. „Wir sind eigentlich ein Tanzverein in verschiedenen Disziplinen und noch ein junger Verein, da wir erst 2015 gegründet wurden.“, so der Vorsitzende Michael Fehst im Gespräch mit esport-manager.com. Doch nur auf Tanzen lässt sich der Verein nicht reduzieren. „Wir haben jedoch auch Kinderturnen, Kickboxen oder Fitness im Angebot. Die Entwicklung im eSports habe ich mit Spannung verfolgt. Wenn ich neue Mitglieder in den Verein holen möchte, dann muss ich dahingehen, wo die Jugend sich aufhält und das ist nun mal im Bereich eSports der Fall. So sollte dann ein Zusatzprogramm aufgebaut werden“, so Fehst weiter. Fehst, der beim Niedersächsischen Turner-Bund als Koordinator Vereinsservice weitere Vereine berät, möchte somit selbst vorangehen, wenn es sich um die Thematik dreht, neue Wege einzuschlagen.

Über das TryOut Turnier in die ProLeague

Ähnlich wie der TV Hasten nahmen auch die IbD Bördekicker am TryOut Turnier am 19.02.2022 teil und fällten anschließend die Entscheidung in den geregelten Spielbetrieb einzusteigen. In kurzer Zeit eine Mannschaft aufzubauen – kein Problem: „Unsere Mannschaft beim TryOut-Turnier haben wir auf verschiedene Wege zusammenbekommen. Ich hatte zunächst keine Kontakte, habe aber die Werbetrommel gerührt, dass ich ein neues Projekt starten möchte. Das Interesse kam dann über die Mütter der Spieler zustande, die bereits in unserem Tanzverein aktiv sind.“, weiß Fehst zu berichten.

Und auch die Eltern der Akteure auf dem Rasen zeigen sich begeistert. „Ich habe am Samstag das erste Turnier der Jungs live mitverfolgt und mich selbst dabei ertappt, wie ich mitgefiebert und mich gefreut habe, wenn ich den Avatar meines Sohns auf dem Bildschirm gesehen habe!“ war nur eine Anmerkung zum TryOut Turnier. In die gleiche Kerbe schlug auch ein weiterer Elternteil, der den Teamgedanken im Pro Clubs Modus hervorhob: “Toll, dass sie auch alle zusammensitzen und nicht jeder für sich zu Hause. Dann sind sie ein richtiges Team.“ Die Resonanz war somit nicht nur bei den jungen Spielern durchweg positiv, sondern auch bei den Erziehungsberechtigen.

Junge Mannschaft noch nicht komplett

Dass es sich um eine sehr junge Mannschaft handelt, ist dabei kein Problem. Denn bei Pro Clubs kommt es auf die Fertigkeiten an der Konsole an und die sind bekanntermaßen auch bei jüngerem Publikum schon früh vorhanden. Doch der Kader ist noch lange nicht komplett, denn Fehst plant weitere Mitglieder in den Verein und somit in das Pro Clubs Team zu lotsen: „Bislang haben wir noch nicht aktiv Werbung gemacht. Wir planen am 27. März bei uns vor Ort ebenfalls ein kleines Turnier, quasi einen offenen Tag. Dort wollen wir mögliche Kandidaten weiter heranführen und möglichst viele Leute bei uns in der Region erreichen.“ Die Idee und vor allem den Erfolg des TryOut Turniers von esport-manager.com greift Fehst somit selbst noch einmal auf, um weitere Talente zu sichten. Nur statt einer Online-Veranstaltung soll die derzeitige Mannschaft in der Realität gegen weitere virtuelle Avatare antreten.

Weitere Ausbaustufen möglich

Da die IbD Bördekicker kein Verein mit eigener Fußballabteilung sind, treten sie zunächst in der Community Liga auf ProLeague.de an. Für den Einstieg haben auch schon weitere Vereine diesen Weg gewählt, um sich zunächst einzufinden und sich auf einem gewissen Niveau zu etablieren. Doch apropos weitere Vereine: Auch dort weiß Fehst zu berichten, dass das Konzept des eFootball als digitale Verlängerung für Sportvereine auf offene Ohren trifft. „Da ich beim niedersächsischen Sportbund Vereine berate, wodurch auch der Kontakt zu Patrick Baur von esport-manager.com zustande gekommen ist, habe ich bereits auch bei anderen Vereinen das Modell vorgestellt. Diese haben auch bereits Interesse bekundet und sehen das Projekt als zukunftstauglich an.“ Doch zunächst einmal gilt sein voller Fokus den IbD Bördekickern. Denn auf zu vielen Hochzeiten sollte man wiederum auch nicht tanzen.