Heute Vormittag (22. April) stellte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Olympic Virtual Series (OVS) vor. Das erste Event mit Olympia-Lizenz für physische und nicht-physische Sportarten!

 Die OVS beginnt am 13. Mai und wird bis zum 23. Juni ausgespielt. Das IOC erhofft sich durch diesen ersten Schritt virtuellen Sport, eSports- und Wettkampfsbegeisterte auf der ganzen Welt zu erreichen und ein neues, jüngeres olympisches Publikum anzusprechen.

Gleichzeitig gilt es für das IOC die Entwicklung von physischen und nicht-physischen Sportarten im Einklang mit den Empfehlungen der Olympischen Agenda 2020+5 zu fördern.

Wie das IOC bekannt gab, wird es mit fünf internationalen Sportverbänden und Publisher zusammenarbeiten, um die OVS zu produzieren:

Diese sind:

  • Motorsport: Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) — Gran Turismo, Polyphony Digital
  • Radrennsport: Union Cycliste Internationale (UCI) — Zwift, Zwift Inc.
  • Baseball: World Baseball Softball Confederation (WBSC) — eBaseball Powerful Pro Baseball 2020, Konami
  • Rudern: World Rowing — Offenes Format
  • Segeln: World Sailing — Virtuelle Regatta, Virtual Regatta SAS

Alle fünf OVS-Events werden sich in der Form und Gestaltung voneinander unterscheiden und über die Plattform des jeweiligen Publishers laufen. Fans können sich an jedem Event beteiligen und das Geschehen auf dem Olympic Channel verfolgen. Wie die genauen Konzepte der jeweiligen Sportarten aussehen werden, sowie mögliche Titel und Preise stehen noch nicht fest.

Die OVS baut eine Brücke zwischen dem physischen Sport und deren virtuellen Simulationen und dessen Community, um sie auf dem olympischen-Weg mitzunehmen. Jeder internationale Sportverband wird sein entsprechendes Event in einem Format ausführen, welches maximale online Massenteilnahme und Inklusion priorisiert. So wird Spielern aus aller Welt ermöglicht zu konkurrieren um so noch mehr Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Tokio 2020 aufzubringen.

Das Exekutiv-Komitee des IOC veröffentlichte im Februar 2021 einen neuen strategischen Fahrplan, in der Form der „Olympic Agenda 2020+5“. Bestehend aus 15 Vorschlägen, baut er auf den Ergebnissen der Olympic Agenda 2020 auf und dient als Leitplanke für das IOC und den olympischen Weg über die nächsten fünf Jahre. Diese Anregungen sind die wichtigsten Trends, die das IOC als ausschlaggebend in einer Post-Corona-Welt identifiziert hat.

Diese Trends beinhalten zum Beispiel:

  • Mehr Solidarität innerhalb und zwischen Gesellschaften.
  • Wachstum der Digitalisierung, ohne das Wachstum von digitaler Leistungsfähigkeit in digital-unterversorgten Ländern zu vergessen!
  • Die Dringlichkeit der nachhaltigen Entwicklung

Der Launch der OVS unterstützt die digitale Strategie des IOC und versucht die zunehmende Beliebtheit des virtuellen Sports wirksam einzusetzen und den olympischen Weg und die olympischen Werte zu bewerben. Dies stimmt auch mit Vorschlag neun der 15 Vorschläge überein. Dieser besagt; „Die Entwicklung des virtuellen Sports fördern und sich weiter mit dessen Communitys auseinandersetzen.“

Diese Ausrichtung und Akzeptanz des IOC kennzeichnet große Fortschritte in der Professionalisierung des E-Sports. Der IOC-Plan dürfte auch die Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) bekommen. Dieser grenzt sich nach wie vor vom E-Sport ab und toleriert bei seinen Mitgliedsvereinen nur Sportsimulationen wie FIFA und NBA 2K.

IOC-Präsident Thomas Bach sagte, „Die Olympic Virtual Series ist ein neues, einzigartiges digitales Olympia-Erlebnis, das darauf abzielt, das direkte Engagement mit neuen Zielgruppen im Bereich des virtuellen Sports zu erhöhen. Das Konzept steht im Einklang mit der Olympischen Agenda 2020+5 und der digitalen Strategie des IOC. Es ermutigt zur Teilnahme am Sport und fördert die olympischen Werte mit einem besonderen Fokus auf die Jugend.”

David Lappertient, Präsident der Union Cycliste Internationale (UCI) und Vorsitzender der IOC E-Sports und Gaming Liaison Gruppe (ELG) sagte, „Im Namen der ELG und der UCI, bin ich hocherfreut Teil des Ursprungs der ersten Olympic Virtual Series zu sein. Einige internationale Sportverbände haben sehr gut etablierte virtuelle Sport-Initiativen und dank der Kooperation zwischen des IOC, den Verbänden und den Publishers wird die OVS ein aufregender Schritt vorwärts sein, für virtuellen Sport und den olympischen-Weg.“

Auch ein bekanntes Gesicht aus dem esport-manager Umfeld meldete sich zu Wort. Marcus Meyer, E-Sport Experte sagte „Das sich das IOC jetzt auch mit den Spielerherstellern gemeinsam für die Umsetzung der Olympic Virtual Series entschieden hat, ist eine gute Nachricht. Auch wenn viele E-Sports-Fans und Organisationen vielleicht die Auswahl der Games kritisieren, führt dieses Engagement zu einer breiteren und bewussteren Wahrnehmung der Virtual Sport Themen. Die professionelle Umsetzung wird durch die Unterstützung des E-Sports Veranstalters Dreamhack und der Gamespublisher gewährleistet. Lasset die Spiele beginnen!“

Die Auswahl der Games ist ein gutes Stichwort. Es gibt noch keine offizielle Erklärung warum Sportsimulationen wie FIFA oder NBA 2K nicht bestand der ausgewählten Simulationen sind. Jedoch haben sowohl die FIFA, die FIBA als auch andere internationale Sportverbände wie der Internationale Tennis Verband (ITF) und World Taekwondo (WT), ihre Begeisterung für die Olympic Virtual Series ausgedrückt. Außerdem haben sie die Absicht verkündet, zukünftig auch an weiteren Ausgaben der OVS teilzunehmen.